Woher kommt der Strom? 21. Woche: Der Skandal

In Deutschland stehen etwa 30.000 Windkraftanlagen. Insgesamt wird mit über 1.500.000 Solarpaneelen Strom erzeugt. Die installierte Leistung beträgt Stand 31.5.2019: Wind onshore 53,24 Gigawatt (GW), Wind offshore 6,64 GW, Solar 47,52 GW. Allein die volatilen Energieträger Wind und Sonne weisen eine installierte Leistung von insgesamt 107,4 GW auf. Allein das sind 51,62 Prozent der gesamten installierten Netto-Leistung (208,07 GW) zur Stromerzeugung in Deutschland. Nehmen wir noch die grundlastfähigen erneuerbaren Energieträger Biomasse und Wasserkraft hinzu, erhöht sich der prozentuale Anteil der Erneuerbaren auf 57,65 Prozent der installierten Leistung. Die Quelle der Daten und die Berechnung finden Sie hier.

Angesichts dieser Zahlen zeugen die regelmäßig stattfindenden Fridays-for-Future-Demos von großer Naivität der Teilnehmer. Und massiver Ahnungslosigkeit der Wortführer. Was sollte denn noch in den vergangenen 20 Jahren zwecks Klimaschutz in Deutschland stattgefunden haben? Die Kinder sollten besser gegen China demonstrieren, denn China darf gemäß Pariser Klimaschutzabkommen 2015 bis 2030 wesentlich mehr CO2 zusätzlich produzieren, als Deutschland einsparen wird. Wenn die „Klimaziele“ hier erreicht werden sollten. Ein Blick auf die Fakten.

In Deutschland werden zur Zeit etwa 550 Terawattstunden (TWh) Strom pro Jahr benötigt. Nehmen wir mal an, die Erneuerbaren (Wind, Sonne, Wasserkraft und Biomasse) würden die installierte Leistung tatsächlich als erzeugten Strom auf die Waage bringen, dann wären das 119,95 GW X 8760 Stunden = 1.050 TWh. Da müssten doch die Erneuerbaren dicke ausreichen, um die benötigten 550 TWh nachhaltig zu erzeugen. Immerhin gibt es eine Reserve (1.050 zu 550 TWh), die fast noch mal den benötigten Strombedarf ausmacht. Das Abschalten von Atom- und Kohlekraftwerken dürfte praktisch kein Problem sein, oder?

Das nenne ich denn mal richtig unwirtschaftlich

Werfen wir einen Blick auf die Stromerzeugungsfakten. Statt 1.050 TWh Strom werden im Jahr 2019 hochgerechnet lediglich 255 TWh von den Erneuerbaren insgesamt erzeugt. Das wären immerhin 46 Prozent des für das Jahr 2019 angenommenen benötigten Stroms von 550 TWh. Doch bezogen auf die installierte Leistung nur gut ein Viertel des möglichen Stroms. Betrachten wir mal Wind und Sonne allein. 59,88 GW installierte Leistung ermöglichen theoretisch gerundet 463 TWh Strom aus Windkraft. 416 TWh wären allein aus Sonnenkraftwerken möglich. Erzeugt werden hochgerechnet 144 TWh durch Windkraftwerke, 41 TWh durch Solarpaneelen.

Das entspräche beim Wind 26 Prozent, bei der Sonne 7,5 Prozent, Wind/Sonne gesamt 33,5 Prozent. Ziemlich genau ein Drittel des Stroms in Deutschland wird aktuell durch Wind und Sonne erzeugt. Dafür ist eine installierte Leistung nötig, die annähernd die doppelte Strommenge erzeugen könnte, als in Deutschland insgesamt verbraucht wird. Das nenne ich denn mal richtig unwirtschaftlich. Niemand würde in solche Anlagen investieren, wenn sie denn nicht massiv subventioniert würden. Mit Milliarden-, Abermilliardenbeträgen. Was Deutschland die höchsten Strompreise in Europa beschert hat. Tendenz: Steigend.

Wenn unsere Klimaretter in Politik und Wirtschaft eine 65-Prozent-Quote bei den Erneuerbaren zumindest im Durchschnitt – das Problem der Schwankungen bei Wind- und Sonnenstromerzeugung ist ja nicht annähernd gelöst – anstreben, wäre bezogen auf einen Netto-Strombedarf von 550 TWh folgendes zu unternehmen: Weil die Stromerzeugung durch Biomasse und Wasserkraft annähernd ausgereizt ist, werden gut 102 TWh Nettostrom durch Wind- und durch Sonnenkraft zusätzlich benötigt. Die installierte Leistung in Sachen Windkraft zum Beispiel wäre von 59,88 GW um gut 45 GW auf 105 GW zu erhöhen. Das wären 5.625 Windkraftanlagen à 8 MW modernster Bauart. Steigt der Strombedarf, zum Beispiel wegen der momentan gepowerten E-Mobilität, sind entsprechend mehr Anlagen nötig. Dann mal los!

Die Tagesanalysen

Die Analysen der vergangenen Woche endeten mit der Voraussage „grauenhaft“ für die Stromerzeugung dieser Woche. Es ist schlimmer, es ist skandalös. Offensichtlich haben die Stromerzeuger – so vermute ich – Anweisung erhalten, die fossile Stromerzeugung in keinem Fall hochzufahren. Stattdessen soll Strom aus dem benachbarten Ausland – koste es, was es wolle – zugekauft werden, um die entstehende, vorhersehbare Unterdeckung auszugleichen. Denn momentan werden drei Kernkraftwerke gewartet. Deshalb fehlen 0,09 TWh, das heißt Strom für knapp 10.000.000 Haushalte pro Tag. Weil Deutschland seine Klimaziele erreichen muss, weil Deutschland zumindest zum Schein gut dastehen will, wird der fehlende Strom – egal, ob fossil erzeugter Strom oder Atomstrom – einfach importiert.

Das ändert zwar nicht die CO2-Bilanz weltweit. Doch Deutschland hat die reine Weste des Oberlehrmeisters. Deutschland schaltet Atomkraftwerke ab und steigt aus der Kohle aus. Um Atom- und Kohlestrom zu importieren. Wie heuchlerisch-dummdreist ist das denn? Was denken wohl unsere europäischen Nachbarn über solch ein Verhalten? Das gleiche, wie beim Eurovision-Song-Contest 2019: Null Punkte!

Hier die Tabelle zur 21. Woche und der daraus generierte Chart. Es fällt sofort auf, dass Deutschland an vier Tagen einen positiven Importsaldo aufweist. Als Beleg für meine oben geäußerte Vermutung. Denn es wäre ein Leichtes, den nötigen Strom selbst zu erzeugen. Der wäre dann nur nicht CO2-frei. Das aber würde die Klimabilanz belasten. Dann lieber faule und teure Taschenspielertricks. Armes Deutschland.

Dieser Artikel von Rüdiger Stobbe ist zuerst hier erschienen

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